Sowohl chronische Hauterkrankungen als auch Hautkrebs sind auf dem Vormarsch und stellen potenziell gravierende Versorgungslücken in Deutschland dar. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Dermatologie hingewiesen. Das Hauptproblem ist der Mangel an Dermatologen.

Der Mangel wirkt sich auf das ganze Land aus

Angesichts der Zunahme von Hautkrebs oder Krankheiten wie Schuppenflechte und Ekzemen gibt es in ganz Deutschland einen Mangel an Hautärzten. Allerdings ist die Situation in den Städten verständlicherweise viel besser als in den ländlichen Gebieten des Landes. Dort sind die Probleme am größten. Es herrscht ein echter Ärztemangel, und Menschen mit Hautproblemen haben es schwer, eine angemessene Versorgung zu finden.

Ländliche Gebiete

Den Daten zufolge sind die ländlichen Gebiete in Ostdeutschland am schlechtesten versorgt. Nach Angaben der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft ist dies insbesondere in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen der Fall. In diesen Gebieten ist das Problem am stärksten ausgeprägt. Ein extremes Beispiel ist der sächsische Landkreis Löbau-Zittau mit einer dermatologischen Versorgungsquote von nur 15 %, verglichen mit 122 % im Jahr 2016.

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Die Daten sprechen eine deutliche Sprache

„Die Daten zeigen, dass sich Teile Ostdeutschlands einer strukturellen Unterversorgung mit ambulanten dermatologischen Leistungen nähern. Wenn der Versorgungsgrad in den Plangebieten im niedrigen zweistelligen Bereich liegt, ist das nicht nur ein statistischer Befund – es bedeutet lange Anfahrtswege für Patienten, lange Wartezeiten, verzögerte Diagnosen und vermeidbare Krankheitsverläufe“, sagt BVDD-Präsident Dr. Ralph von Kiedrowski.

Mehr Patienten

Das Institut für Krebsepidemiologie der Universität Lübeck schätzt, dass in den nächsten Jahren Hunderttausende von Neuerkrankungen an Hautkrebs auftreten werden. Natürlich wird es auch neue Patienten mit Schuppenflechte oder anderen chronischen Erkrankungen geben. Und diese Patienten müssen kontinuierlich und langfristig betreut werden.

Dermatologen werden immer älter

Das Problem entsteht nicht nur, weil die Zahl der Patienten steigt, sondern vor allem, weil es den niedergelassenen Dermatologen an Nachfolgern fehlt. Viele Praxen haben wegen des hohen Alters der Ärzte geschlossen. Außerdem ist die Privatpraxis für jüngere Ärzte unattraktiv, und kein junger Arzt will in die ländlichen Gebiete gehen. Junge Fachkräfte bevorzugen städtische Zentren mit besserer Infrastruktur und flexibleren Arbeitsbedingungen.

Förderung junger Talente

Bereits vor 15 Jahren hat der BVDD die Arbeitsgemeinschaft junger Dermatologen ins Leben gerufen. Sie nannte sich JuDerm und setzte sich für Information und Fortbildung ein. Um dem Ärztemangel zu begegnen, hat er zudem vor kurzem eine von der Bundesärztekammer zertifizierte Spezialisierungsqualifizierung für dermatologische Fachassistenten gestartet. Ziel ist es, Personal für dermatologische Praxen auszubilden. Neben den Ärzten könnten einige Aufgaben auch von so ausgebildeten Kollegen übernommen werden.